cinegeek.de's Movie Review of Blackhat (2015)

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Blackhat (2015)

Hightech
cinegeek.de - wrote on 05/17/16

Michael Mann ist ein Action Regisseur, selbst, wenn seine Charaktere im Stillstand begriffen sind. Dabei stimuliert er Intellekt und Emotionen gleichermassen. Das alles macht ihn zum idealen Regisseur für Blackhat, in dem das FBI gemeinsam mit dem chinesischen Geheimdienst Cyber-Terroristen durch Chicago, Hong Kong, L.A. oder Jakardta jagen. So verrückt das auch manchmal wirken mag, so faszinierend ist es: Hier zählt nicht das was passiert, sondern wie es geschieht. Dabei ist Blackhat weit davon entfernt, ein perfekter Film zu sein. Offensichtlich ist Mann ganz vernarrt in seine technischen Details und weniger interessiert am Plot als Ganzes. Selbst die Schlüsselrollen wurden zu wenig ausgefeilt und falsch besetzt. Allen voran Nicholas Hathaway als muskelbpackter Hacker (welcher Hacker verbringt seine Zeit im Gym?). Er kann alles: Grandios schiessen und kämpfen und scheint auch noch über-überdurchschnittlich intelligent. Eine menschliche Liste an ausserordentlichen Fähigkeiten macht aber noch keine plausible Person aus. Das chinesische Duo Chen Dawai (Leehom Wang) und Lien Chen (Wei Tang) sowie die FBI Agenten Henry Pollack (John Ortiz), Mark Jessup (Holt McCallany) und Carol Barrett (Viola Davis) werden mehr skizziert als tiefer ausgeführt. Mann reisst die alte zwei Partner-die-nicht-miteinander-können-aber-müssen-und-sich-aneinander-gewöhnen-Geschichte an und spendiert sogar halbherzig eine Liebesgeschichte. Die wirkt fast so als ob sie einem stilisierten Hong Kong Film entnommen sei. Wie gut täte das, würde Mann sich für seine Figuren nur einen Atemzug mehr Zeit nehmen! Aber dennoch: Die exzentrischen Figuren unterstützen trotzdem die halluzigene Intensität von Blackhat! Ein bisschen wirkt Blackhat so, als ob Mann das Beste aus seinen früheren Filmen verquirlt und etwas aufpoliert hätte: Leere nächtliche Strassen, denen etwas Existentielles anhaftet, Skylines, Cops und Gangster inmitten post-industrieller Landschaften. Hier wird die reale Welt von der virtuellen geschluckt - aber welche Folgen hat das für den Menschen? Schliesslich verstummt der Film sogar, gönnt uns einen Moment des Friedens. Licht und Sound pur, am besten ist der Prolog gelungen, der selbst dem grössten Computer Krüppel ein Gefühl vermittelt für das das Cyber-Verbrechen. Michael Mann lässt die Wirklichkeit mit der virtuellen Welt verschmilzen. So atemberauend, dass es doch ganz egal ist, ob die Geschichte manchmal ein bisschen hängt!

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