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Rashômon 
Gegenlicht

Kurz vor dem Dreh von Rashomon sprachen Kurosawas drei Co-Regisseure bei ihm vor. Sie waren unglücklich, da sie das Drehbuch nicht verstanden hatten. Kurosawa soll sie ermutigt haben, es noch einmal zu probieren - es sei verständlich! Sie waren sicher, es genau studiert zu haben. Ohne es zu verstehen. In Kurosawas Biographie (Something Like an Autobiography) kann man nachlesen, wie er ihnen Rashomon erklärt. Diese Erklärung wurde auch im Booklet der Criterion DVD abgedruckt. Zwei der Co-Regisseure waren anschliessend zufrieden, der Dritte nicht: Es gab einen Mord, vier Augenzeugen, aber keine Lösung. Die Berichte der vier Augenzeugen passen nicht zusammen. Jeder beansprucht für sich, der Mörder zu sein. Dem Studio gefiel Rashomon ebenfalls nicht, dass es sich sogar selbst aus den Credits tilgte. Doch der Film schlug weltweit ein wie der Blitz, gewann das Filmfestival von Venedig, ja verhalf dem japanischen Film insgesamt zum Durchbruch. Niemand hatte je derartiges gesehen! Zum ersten Mal sah man Rückblicke, die sich aber gegenseitig widersprechen, darüber, was nun tatsächlich geschah! Am Ende müssen wir drei mutmassliche Mörder akzeptieren, aber keine Auflösung. Die Genialität besteht darin, dass die drei vorgetragenen Perspektiven alle wahr und doch falsch sind. Kurosawa erklärt dass, da der Mensch überhaupt nicht in der Lage sei, über sich selbst Auskunft geben zu können. Das Wunderbare des Films ist die Tatsache, dass wir uns dennoch in die Geschichte vertiefen und letztgültig eine Lösung erwarten. Rashomon eröffnet mit einem fürchterlichen Regen. Zwei Männer, ein Mönch und ein Holzfäller, sitzen im Schutz einer Hütte. (Der Regen ist ein geeignetes Mittel, die Gegenwart von der Vergangenheit sichtbar zu unterscheiden.) Schliesslich rennt ein Knecht in die Hütte und erzählt, dass ein Samurai getötet und seine Frau vergewaltigt wurde. Während sie über das Geschehene diskutieren, wird deutlich, wie widersprüchlich ihre Erzählungen sind. Jeder scheint zu lügen, jeder beansprucht für sich, der Mörder zu sein. Das Drehbuch Kurosawas ist aber nur die Grundlage von Rashomon. Das Wundervolle sind für mich die grossen Gefühle und die Bilder (des Kameramanns Kazuo Miyagawa)! Miyagawa filmt direkt in die Sonne, was bis dahin ein Tabu darstellte. Genau das macht den Zauber von Rashomon aus, so dass wir uns wie in einem anderen Bereich der Realität fühlen. In einem langen Kampf zwischen dem Banditen (Toshiro Mifune) und dem Samurai (Masayuki Mori) können wir ihre Erschöpfung, ihre Angst, ihre Atemlosigkeit förmlich spüren. Während die Frau (Machiko Kyo), setzt Stille ein. Die Konzentration wird nun über Leben und Tod entscheiden.... Vor Rashomon hatte ich nicht sehr viele klassische japanische Filme gesehen. Ich kannte einige der leisen realistischen Dramen, in denen die Menschen sich in etwa so unterhalten wie wir es tun. Kurosawa aber geht es nicht um Realismus. Seine Protagonisten agieren mit mächtigen Emotionen, sie posieren und schreien. Kurosawa geht es nicht um Realismus! In seiner Biographie erfährt man, wie tief beeindruckt er von Stummfilmen war, da dort jede Emotion durch Mimik und Gestik ausgedrückt wird. Im nachhinein fällt mir auf, dass in Rashomon und auch anderen Kurosawa Klassikern viele Szenen stumm bleiben. Doch was sehen wir? Eine Filmkamera suggeriert Objektivität. In Rashomon aber lernen wir, dem nicht zu trauen, was wir sehen. Das ist das Fundament von Kurosawas Philosophie: Kurosawas letzter Film handelt von einem Lehrer, der bald sterben wird. In dem Moment, da sein Tod naht, wird niemand weniger darüber wissen als er selbst.
mehr japanische Klassiker findet ihr in den Film Lists auf cinegeek.de


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